ISDN VOIP Telefonie

ISDN-Anschlüsse könnte es bald nicht mehr geben. So hat die Deutsche Telekom beschlossen, bis Ende 2018 alle bestehenden ISDN-Anschlüsse auf den neuen Standard der IP-Telefonie umzustellen. Ein großer Teil der Anschlüsse wurde seit 2015 bereits auf die digitale Form nachgerüstet. In der Qualität oder in den Kosten macht sich dies bei den Kunden kaum bemerkbar. Nun sollen die übrigen Telefonanlagen folgen.

Was ist IP-Telefonie?

IP-Telefonie steht als Abkürzung für Internet-Protokoll-Telefonie. Oft wird sie auch als VoIP-Telefonie (Voice over IP) bezeichnet. Konkret handelt es sich um einen Übertragungsstandard, bei dem das Telefongespräch über ein Computernetzwerk aufgebaut wird. Die zu übertragenden Daten des Gesprächs, insbesondere Sprache und Steuerinformationen, werden in kleine Datenpakete unterteilt und über das Netzwerk an den Empfänger übertragen. Dazu werden die Endpunkte der beiden Gesprächsteilnehmer gemäß des IP-Protokolls miteinander verbunden. Vorzüge gegenüber der veralteten Telefontechnologie mit ISDN bestehen in einem geringeren Kosten- und Wartungsaufwand. Allerdings lassen sich TAE-Buchsen, wie sie bei der ISDN-Telefonie üblich waren, nicht mehr einsetzen. Stattdessen muss die VoIP-Telefonie über ein Modem oder einen DSL-Router umgesetzt werden. Dies liegt daran, dass das analoge Signal des Telefongerätes in eine Folge von Datenpaketen umgewandelt werden muss.

Die Vorteile

Der größte Vorteil der IP-Telefonie besteht darin, dass sie mit allen Endgeräten realisiert werden kann. So ist es möglich, das IP-Datennetz auch mit dem Computer oder dem Smartphone uneingeschränkt vom Provider zu nutzen. Hinzu kommt, dass sich viele Anschlusseinstellungen leichter ändern lassen. Dazu zählen die Weiterleitung, Anrufersperre und der Anrufbeantworter. Diese lassen sich vom Nutzer selbst über das Internet meist kostenlos konfigurieren. Ein weiterer Vorteil ist die Nutzung mehrerer Telefonnummern über das gleiche Endgerät. Beispielsweise lassen sich bei der Telekom drei Telefonnummern setzen. Im Bereich des Datenschutzes hat die IP-Technologie auch den Vorteil der Verschlüsselung. Zuletzt ist im Bereich der Videotelefonie erwähnenswert, dass mit der IP-Telefonie Datenraten von 50 MBits pro Sekunde erreicht werden können. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbits pro Sekunde lassen sich Videoübertragungen problemlos umsetzen.

Die Nachteile

Während eines Stromausfalls können Router und Adapter mit Strom nicht versorgt werden. Damit ist auch die IP-Telefonie nicht mehr möglich. Dies kann in Notfällen zum Verhängnis werden. Im Gegensatz dazu ist es mit der ISDN-Technologie auch im Falle einer Stromunterbrechung möglich, das Telefon bei einem Notfall zu nutzen. Generell wird die IP-Telefonie für ihre Anfälligkeit auf Netzstörungen kritisiert. So beklagen sich Nutzer über anhaltende Verbindungs- und Übertragungsstörungen. Zu bekannten Störeinflüssen gehören Verzögerungen und Störgeräusche. Aussetzer und Verbindungsabbrüche sind aber eine Seltenheit. Ein weiterer Nachteil besteht darin, dass der Faxversand mit der IP-Technologie nur eingeschränkt möglich ist. Konkret wird der Faxservice über das Datennetzwerk nur von modernen Geräten unterstützt. Zuletzt ist die Umstellung auf die IP-Technik mit einem hohen Kostenaufwand verbunden.

Fazit

In den vergangenen Jahren hat sich die Gesprächsqualität mit der IP-Technologie stark verbessert. Mit herkömmlichen ISDN-Anschlüssen ist sie aber nicht vergleichbar. Dennoch bewährt sie sich mit einer hohen Kompatibilität und einem geringen Kostenfaktor. Sollte die Umstellung auf einen VoIP-Anschluss noch nicht erfolgt sein, können Sie diesen bei der Telekom anfragen. Gleichzeitig wird der Provider neue Konditionen zum Tarifwechsel anbieten.

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